Leistung vs. Leisure – Das Paradoxon einer Generation

In letzter Zeit begegneten mir im Netz immer öfter Artikel rund um die ominöse Generation Y. Doch worum geht es dabei eigentlich? Zur Generation Y werden jene Personen gezählt, die zwischen 1990 und 2010 Teenager waren. Somit zähle ich selbst und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch du – verehrter Leser – zu ihr. Dieser Generation wird ja oft nachgesagt, etwas verwöhnter und mit einem enormen Anspruchsdenken ausgestattet zu sein. Nun ja..

Warum widme ich mich nun diesem Thema?

Man wird pausenlos mit diesem Thema konfrontiert. Was an und für sich natürlich nicht schlimm ist, da Informationen und Austausch eine gute Sache sind. Doch ein Austausch beinhaltet in meinen Augen immer auch eine dialektische Beleuchtung des Themas. Und diese konnte ich bisweilen nur in einem sehr geringen Maße feststellen. Der Großteil der Resonanz besteht aus einseitigen Klageliedern parental verwöhnter Wohlstandskinder, die sich darüber aufregen, dass der Alltag im Beruf doch viel zu hart, das Gehalt zu gering und man von Grund auf dazu erkoren sei in einer gehobenen Position einzusteigen. Die Arbeitszeiten sollten natürlich auch nicht zu fordernd sein, denn die Freizeit ist das höchste Gut des Menschen. In dieser möchte man natürlich viel Reisen und tollen Aktivitäten nachgehen. Ich kann es wirklich nicht mehr hören..

Kurzum: Man will und will. Doch der Bezug zu Leistung und Ertrag geht verloren.

Natürlich ist vor allem im Netz der Aufschrei sehr groß, wenn dieses Thema aus meiner Perspektive betrachtet wird. Was wohl daran liegt, dass die Dichte an eben diesen Personen im Netz ziemlich hoch ist. Doch zurück zum Thema. Ist es denn alles wirklich so schlimm? Muss man mit Anfang zwanzig so tun als wäre man super weit und erfolgreich? Müssen es unbedingt teure Marken sein? Am Ende stellt sich die Frage inwieweit das alles wirklich glücklich macht. Denn darum geht es doch eigentlich oder?

Versteht mich nicht falsch: Nach den Sternen greifen zu wollen um eines Tages ganz oben zu stehen ist nicht verkehrt, denn es motiviert einen unheimlich alles zu geben. Doch der Weg nach ganz oben ist logischerweise ein weiter. Und die leider bittere Wahrheit ist, dass jeder von uns ein austauschbares Individuum im großen globalen Wirtschaftszirkus ist. Als Praktikant, Berufseinsteiger und auch erfahrener Mann wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit jemanden geben der irgendetwas besser kann. Aber das ist ja nicht schlimm, sondern ganz normal.

Ich stehe auch erst am Anfang meiner Karriere die ich in der Werbung sehe. Ich verdiene auch nicht die Welt, schiebe oft Überstunden und bin manchmal gestresst. Aber von nichts kommt nun mal nichts. Du wirst ja auch kein Profifußballer ohne jahrelanges Training oder rennst ausdauernder als alle anderen ohne vorher tausende Kilometer gerannt zu sein. Keine Leistung – kein Ertrag. Je früher man dieses Prinzip versteht und akzeptiert, desto besser kann man sich der Welt da draußen anpassen.

Mein Tipp: Anspruchsdenken senken und der Realität anpassen, strebsam sein Bestes geben und nicht pausenlos rumheulen (nur manchmal :P)

3 Kommentare Gib deinen ab

  1. sPOTTlight sagt:

    Gute Einstellung! Ich gehöre der „Generation Y“ auch an, arbeite aber auch sehr hart für meinen (noch sehr bescheidenen) Erfolg. Aber zu Letzterem gehören eben auch Durchhaltevermögen, Geduld und Motivation – und jemand, bei dem man sich tatsächlich manchmal ausheulen kann 😀

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  2. Ralf sagt:

    Wichtig ist, von der Ausbildung und Weiterbildung her, breit aufgestellt zu sein. So kann man leichter die Berufe und Branchen wechseln. Ich selber bin 1980 geboren und habe mehrere Wirtschaftskrisen erlebt. 2003 war eine ziemlich schlechte Zeit. Die Internetblase war geplatzt. Am 11.9.2001 geschah der Terroranschlag auf das World Trade Center. 2008/2009 war ich in einem Automobilzuliefererbetrieb beschäftigt und unmittelbar von der Finanz-und Wirtschaftskrise betroffen. Ich muss rückblickend staunen, wie schnell Deutschland da wieder raus kam. Egal wie hart man arbeitet, es kommen sieben magere und sieben fette Jahre. Das stand schon in der Bibel. ^^ Entscheidend wird sein, die sieben fetten Jahre richtig zu nutzen.

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